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Psychologische Sicherheit macht Teams Stärker

vor 23 Stunden
4 Min. Lesezeit

Psychologische Sicherheit ist kein Wohlfühlfaktor. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen ihr Wissen, ihre Kreativität und ihre unterschiedlichen Perspektiven tatsächlich in ein Team einbringen.


Aus Fehlern Neue Ideen entwickeln
Aus Fehlern neue Ideen wachsen lassen.

Was Google über erfolgreiche Teams herausgefunden hat – und warum Improvisation der Schlüssel zu mehr Vertrauen und echter Zusammenarbeit sein kann.

Was macht ein Team erfolgreich? Sind es die klügsten Köpfe, die grösste Erfahrung oder klare Prozesse?

All das hilft. Doch die Forschung zeigt: Entscheidend ist nicht nur, wer in einem Team arbeitet, sondern vor allem, wie die Menschen miteinander umgehen.

Hier kommt die psychologische Sicherheit ins Spiel. Sie beschreibt das Gefühl, sich im Team zeigen zu dürfen: Fragen stellen, Fehler zugeben, Zweifel äussern und ungewöhnliche Ideen einbringen zu können – ohne Angst vor Blossstellung oder Abwertung.

Denn erfolgreiche Teams sind nicht diejenigen, in denen immer alles perfekt läuft. Es sind diejenigen, in denen Menschen gemeinsam lernen, ausprobieren und wachsen können.


Die Google-Aristoteles-Studie: Was erfolgreiche Teams auszeichnet

Google wollte wissen, was besonders erfolgreiche Teams von weniger erfolgreichen unterscheidet. Im Rahmen des Forschungsprojekts «Project Aristotle» untersuchte das Unternehmen mehr als 180 Teams und analysierte über 250 Faktoren.

Die überraschende Erkenntnis: Nicht die individuelle Zusammensetzung war entscheidend, sondern die Art der Zusammenarbeit.


Google identifizierte fünf zentrale Faktoren:

  1. Psychologische Sicherheit: Können wir Risiken eingehen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben?

  2. Verlässlichkeit: Können wir uns aufeinander verlassen?

  3. Struktur und Klarheit: Sind Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar?

  4. Sinnhaftigkeit: Hat unsere Arbeit für uns persönlich Bedeutung?

  5. Wirkung: Erleben wir, dass unsere Arbeit etwas bewirkt?


Psychologische Sicherheit erwies sich als besonders wichtiger Faktor.

Die Botschaft: Selbst die besten Fachleute können ihr Potenzial nicht entfalten, wenn sie ständig damit beschäftigt sind, Fehler zu vermeiden oder sich selbst abzusichern.

Erst wenn Menschen sich sicher genug fühlen, sich wirklich einzubringen, wird aus einer Gruppe von Einzelpersonen ein starkes Team.


Psychologische Sicherheit macht Teams Stärker: Vertrauen statt Perfektion

Psychologische Sicherheit bedeutet nicht, dass alle immer einer Meinung sind oder Konflikte vermieden werden. Im Gegenteil: Sie schafft die Grundlage dafür, dass unterschiedliche Meinungen ausgesprochen werden können.


In einem psychologisch sicheren Team darf man sagen:

  • «Ich sehe das anders.»

  • «Ich weiss im Moment nicht weiter.»

  • «Ui, Ich habe einen Fehler gemacht.»

  • «Können wir das auch Mal anders ausprobieren?»

Menschen müssen keine perfekte Fassade aufrechterhalten. Sie können sich einbringen, widersprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Das stärkt das Vertrauen im Team und schafft Raum für unterschiedliche Perspektiven, Kreativität und gemeinsames Lernen.


Was Improvisation mit psychologischer Sicherheit zu tun hat

Vertrauen lässt sich nicht einfach beschliessen. Vertrauen entsteht durch gemeinsame Erfahrungen. Genau hier setzt die Angewandte Improvisation an.

Angewandte Improvisation bringt dabei die Techniken erfolgreicher Improvisateure in den Businessalltag. Es geht darum, im Moment aufeinander zu reagieren, gemeinsam auf Ideen aufzubauen, Überforderung auszuhalten und flexibel mit dem umzugehen, was entsteht.

Einige Prinzipien lassen sich unmittelbar auf die Teamarbeit übertragen:

1. «Ja, genau, und ...» – aufeinander aufbauen

Statt Ideen sofort abzublocken, nehmen wir die Gedanken anderer auf und entwickeln sie gemeinsam weiter. So erleben Menschen, dass ihre Beiträge willkommen sind.

2. Fehler als Lernchance nutzen

Nicht jeder Impuls führt zum gewünschten Ergebnis. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Übertragen auf Teams bedeutet das: Fehler als kreative Lernchance wahrzunehmen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

3. Wahrhaft zuhören und aufnehmen

Wer aufmerksam zuhört, statt nur auf die eigene Wortmeldung zu warten, schafft Verbindung. Gute Zusammenarbeit beginnt damit, die Beiträge anderer mit allen Sinnen wahrzunehmen.

4. Mut zum Ausprobieren entwickeln

Tschüss Perfektion! Keine Idee ist von Anfang an perfekt. Wer experimentieren darf, entdeckt neue Möglichkeiten und lernt, auch mit unerwarteten Situationen umzugehen.

Durch Improvisation werden Vertrauen, Offenheit und Zusammenarbeit nicht nur besprochen, sondern praktisch erlebt.


Was sagt die Forschung über Angewandte Improvisation?

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Improvisation, psychologischer Sicherheit und Zusammenarbeit beschäftigen.

Zwei Arbeiten sind besonders interessant:

Perrmann-Graham et al. (2022): Fostering psychological safety

Die im International Journal of Management Education veröffentlichte Studie untersucht Improvisation als Instrument zur Förderung psychologischer Sicherheit in der Managementausbildung.

Die Ergebnisse zeigen, wie Improvisationsübungen dazu beitragen, psychologische Sicherheit erlebbar zu machen und die Verbindung zu Kreativität und Zusammenarbeit herzustellen.

Nordean (2020): Improvisationstraining und psychologische Sicherheit

In ihrer Masterarbeit untersuchte Marne Maykowskyj Nordean, wie arbeitsbezogenes Improvisationstraining mit psychologischer Sicherheit zusammenhängt.

Im Mittelpunkt standen gemeinsames Gestalten, «Yes, and», Zuhören und ein konstruktives Fehlerhandling. Die qualitative Arbeit liefert Hinweise auf mögliche Wirkmechanismen.

Was lässt sich daraus ableiten?

Die Forschung liefert gute Hinweise darauf, dass Improvisationsprinzipien psychologische Sicherheit unterstützen. Entscheidend ist, was Teams aus diesen gemeinsamen Erfahrungen in ihren Alltag mitnehmen.


Wie lässt sich die Teamdynamik verbessern?

Psychologische Sicherheit macht Teams stärker und entsteht in den vielen kleinen Begegnungen. Diese fünf Impulse helfen beim Anfang:

  • Fragen willkommen heissen: Neugier ist eine Tugend.

  • Andere Perspektiven einladen: Widerspruch kann helfen, bessere Lösungen zu finden.

  • Fehler offen ansprechen: Nicht Schuldige suchen, sondern gemeinsam lernen.

  • Gemeinsam experimentieren: Neue Wege ausprobieren, statt an Gewohntem festzuhalten.

  • Zusammenarbeit reflektieren: Nicht nur fragen, was erreicht wurde, sondern auch, wie man miteinander gearbeitet hat.


Erfolgreiche Teams brauchen nicht mehr Perfektion, sondern mehr Vertrauen

Die Google-Aristoteles-Studie hat eine wichtige Erkenntnis in den Fokus gerückt: Gute Teamarbeit entsteht nicht durch individuelle Brillanz. Sie entsteht, wenn Menschen ihre Fähigkeiten, Gedanken und Perspektiven miteinander verbinden können. Angewandte Improvisation bietet einen freudvollen Weg, diese Zusammenarbeit praktisch zu erleben.

Menschen hören einander zu, bauen auf Ideen auf, gehen mit Fehlern um und entdecken gemeinsam neue Möglichkeiten. Es darf gelacht werden. Es darf ungewohnt sein. Und es muss nicht alles auf Anhieb funktionieren.

Entwicklung heisst erleben statt konsumieren.

Bei Besteversion verbinden wir Angewandte Improvisation mit Teamentwicklung. Mit frischem Wind, Experimentierfreude und einer guten Portion Humor schaffen wir Raum für Vertrauen, Klarheit und echte Zusammenarbeit.

Denn ein starkes Team erkennt man nicht daran, dass alle gleich denken. Sondern daran, dass alle mitdenken dürfen.


Lust auf mehr Vertrauen und echte Zusammenarbeit?

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